Überbrückungshilfen für KMU ab jetzt!

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Soloselbständige und Freiberufler hat es in den letzten Monaten stark getroffen, viele mussten ihren Geschäftsbetrieb einstellen oder stark einschränken – wegen der Corona Pandemie.
Für diese Unternehmen stellt die Regierung ab jetzt weitere Liquiditätshilfen zur Verfügung. Sie will ihnen mit der Corona-Überbrückungshilfe helfen, indem direkte Zuschüsse für betriebliche Fixkosten gewährt werden. Die Hilfe muss nicht zurückgezahlt werden.

Was ist der Unterschied zu den bereits bestehenden Soforthilfen?

• Die Förderung des neuen Programms ist deutlich höher als bei der Soforthilfe.
• Gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind, können auch einen Antrag stellen.
• Es können von Juni bis August je nach Umsatzausfall bis zu 150.000 Euro an betrieblichen Fixkosten erstattet werden.
• Ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer muss Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten bestätigen.

Wer kann Überbrückungshilfe beantragen?

• Unternehmen und Organisationen aller Branchen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren.
• Ihr Umsatz muss in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 zurückgegangen sein.
• Auch Soloselbstständige und Freiberufler können einen Antrag stellen, wenn sie die Programmvoraussetzungen erfüllen. Gleiches gilt für gemeinnützige Unternehmen und
Einrichtungen.

Wo wird Überbrückungshilfe beantragt?

Zwingend notwendig ist, dass ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer die Überbrückungshilfe beantragt. Diese prüfen die geltend gemachten Umsatzeinbrüche und die fixen Kosten und beantragen die Überbrückungshilfe über eine gemeinsame Antragsplattform.

Wichtige Fristen:
• Am 8. Juli startet die gemeinsame bundesweit geltende Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.
• Dort können sich Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer registrieren.
• Ab dem 10. Juli können von ihnen online Anträge gestellt werden.
• Die Auszahlungen an die Unternehmen können bereits im Juli erfolgen.
• Der 31. August 2020 ist der letzte Tag für die Antragsstellung.

Wie hoch kann die Überbrückungshilfe sein?

Je nachdem wie hoch der Umsatzrückgang war und wie hoch die betrieblichen Fixkosten sind.
Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach den betrieblichen Fixkosten und dem Ausmaß des erlittenen Umsatzrückgangs:

Was sind förderfähige Fixkosten:

u.a.
• Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, weitere feste Ausgaben, Kosten für Auszubildende und Grundsteuern
• Personalaufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können in Höhe einer Pauschale von 10 Prozent der Fixkosten geltend gemacht werden.

Maximale Höhe der Überbrückungshilfe
• Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
• Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 9.000 Euro für drei Monate.
• Bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 15.000 Euro für drei Monate.
• In begründeten Ausnahmefällen z.B. bei Kleinunternehmen mit sehr hohen Fixkosten, können diese Höchstbeträge überschritten werden.

Wer zahlt die Überbrückungshilfe aus?

Die Umsetzung und Auszahlung der Überbrückungshilfe übernimmt das jeweilige Bundesland.

Zu welcher KMU-Kategorie zählt mein Unternehmen?

Die Kriterien für die KMU wurden von der EU geregelt und sind somit überall gleich. Dabei werden drei Kategorien unterschieden:
• Kleinstunternehmen: bis zu 9 Beschäftigte UND bis zu 2 Mio. EUR Umsatz/Jahr ODER bis zu 2 Mio. EUR Bilanzsumme/Jahr
• Kleinunternehmen: bis zu 49 Beschäftigte UND bis zu 10 Mio. EUR Umsatz/Jahr ODER bis zu 10 Mio. EUR Bilanzsumme/Jahr
• Mittlere Unternehmen: bis zu 249 Beschäftigte UND bis zu 50 Mio. EUR Umsatz/Jahr ODER bis zu 43 Mio. EUR Bilanzsumme/Jahr

Somit ist neben der Anzahl der Mitarbeiter immer das ODER-Kriterium bei Umsatz und Bilanzsumme von Bedeutung. Die Anzahl der Mitarbeiter ist dabei auf Vollzeitkräfte umzurechnen. Teilzeitkräfte und Auszubildende werden nur anteilig berücksichtigt.
Vorsicht bei verbundenen Unternehmen: Hier muss eine detaillierte Unternehmensstruktur mit allen Anteilen dargelegt werden.

Quelle: Bundesfinanzministerium, Haufe-Verlag

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