LWD Umfrageergebnisse zur Wiedereinführung der Meisterpflicht

Vielen herzlichen Dank an unsere Mitglieder, die sich so zahlreich an unserer anonymen Umfrage „Wiedereinführung der Meisterpflicht“ beteiligt haben!

Das Thema Wiedereinführung der Meisterpflicht für den Schilder- und Lichtreklamehersteller liegt vielen am Herzen. 2004 wurde dieses Gewerk zum B1 Gewerk, für das keine Meisterpflicht mehr nötig ist. Man versprach sich damals viele neue Unternehmensgründungen und mehr Wettbewerb. Heute, 15 Jahre später, wird mit Nachdruck diskutiert, ob die Meisterpflicht für die B1 Gewerke wieder eingeführt werden soll.

Wir wollten wissen, wie denken unsere Mitglieder darüber? Gibt es Tendenzen zu der einen oder anderen Seite, oder sind viele unschlüssig? Was sind die jeweiligen Hauptargumente?

So fragten in unserer Onlineumfrage, ob man sich durch die Meisterpflicht eine Verbesserung der Qualität verspricht, mehr Ausbildungsplätze und Fachkräfte. Oder glaubt man in der Branche nicht an eine Verbesserung der Qualität, da auch in Meisterbetrieben weiterhin viele Arbeiten von Gesellen und Lehrlingen durchgeführt werden? Befürchtet man den Verlust von Arbeitsplätzen, weil durch die Meisterplicht mit weniger Betriebsgründungen und eine Tendenz zu weniger aber größeren Betrieben zu rechnen ist?

Und dies sind die Umfrageergebnisse, unschlüssig war niemand:

65, 22 % der Befragten sind für eine Einführung der Meisterpflicht.
34,78 % stimmten gegen die Einführung der Meisterpflicht.

Die graphische Umsetzung der Umfrage mit Details finden Sie hier.

Das ist ein recht eindeutiges Ergebnis, für die Meisterpflicht, mit den Hauptargumenten der verbesserten Qualität und mehr Ausbildungsplätzen.
88% der Gegner aber glauben nicht, dass die Meisterpflicht ein Garant für bessere Qualität ist.
Hier eine Zusammenfassung der Kommentare, die man bei der Umfrage hinterlassen konnte:
Das Thema Qualität in der Lichtwerbebranche wird nicht mit der Meisterpflicht gelöst, sondern es kommt auf die Erfahrung und dem verantwortungsvollen Umgang mit Projekten an. Ausschließlichkeitsbewertungen und Genehmigungen sind daher nicht sinnvoll. Es sollte eher Nachweise an regelmäßigen Fortbildungen oder Mitgliedschaften in nützlichen Verbänden oder Arbeitsgruppen geben.
Auch in einem anderen Kommentar wird die Qualität hochgehalten und es werden Qualitätsstandards befürwortet, man sollte es aber nicht an der Meisterpflicht festmachen. Es wird auf die Schwierigkeit hingewiesen, qualifiziertes Personal zu bekommen und auf die hohe Anzahl an Quereinsteigern. Gefragt wurde auch, was mit Betrieben ist, wo es z.B. Elektromeister sind oder Meister als Graveure oder Betriebe, wo der Inhaber eine solide technische Ausbildung und außerdem einen Betriebswirt des Handwerks hat.
Ein anderer Kommentator stellt bei Gesellenprüfungen regelmäßig fest, Auszubildende aus nicht meistergeführten Betrieben haben oft miserable praktische Kenntnisse und Fähigkeiten. Und er betont, dies liegt meist nicht an den jungen Leuten, sondern an der Ausbildung, die nicht nur aus Folienverklebung bestehen dürfe.
In einem weiteren Kommentar wird die Meisterpflicht befürwortet, weil dadurch mindestens ein Fachmann im Betrieb sei, der die Qualitätsstandards im Blick hätte. Außerdem könnte man im Bereich Mitarbeiterentwicklung attraktive Ziele durch die Meisterausbildung wiederbeleben. Momentan bringe der Meistertitel keine Vorteile, weil in Betrieben alle als „Gesellen“ beschäftig würden.
Eine Frage erreichte uns, ob die Gefahr durch die Wiedereinführung der Meisterpflicht bestünde, dass Betriebe ohne Meister schließen müssen.
Wer nach 2004 einen Betrieb in einem zulassungsfreien Handwerk gegründet hat und keinen Meisterbrief besitzt, der muss nach den aktuellen Plänen keine nachträgliche Prüfung oder ähnliches fürchten. Für Betriebe der Anlage B1, unter die der Schilder- und Lichtreklamehersteller fällt, soll es einen Bestandsschutz geben.

Share this post