75 Jahre International Sign Association - ISA Sign Expo 2019

Unter dem Motto GO BIG - GO FURTHER - GO BOLD wurde die diesjährige ISA Sign Expo am 24. April eröffnet. Und tatsächlich haben die amerikanischen Lichtwerber mit der Messe zum 75jährigen bestehen des Verbands nicht gekleckert, sondern geklotzt. Nicht weniger als vier Messehallen im Mandalay Convention Center waren gefüllt. Und das mit einer Vielfalt, die die ganze Bandbreite der Lichtwerbung abbildete - vom manuellen Carving bis hin zu zarten Anfängen des 3D-Printverfahrens.
Auch einige europäische Firmen aus hatten den Weg über den Teich nicht gescheut und zeigten Flagge auf dem amerikanischen Markt.

Als Besucher aus Deutschland und Vertreter des lwd wurden wir auf den Ständen als Exoten freundlichst empfangen. Vielleicht auch deshalb, weil entgegen den Vorjahren doch weniger Besucher aus Europa die Messe besucht haben. Allerdings wurde man dem ständigen „Hi guys, how are you doing today?“ mit fortschreitender Messe-Besuchszeit doch etwas genervt. Trotz dieses Mankos gaben sich die Aussteller sehr offen und auskunftsfreudig über die Herstellung der Produkte, selbst wenn wir uns als Hersteller vergleichbarer Produkte vorstellten. Im Gegenteil, einige der US-Aussteller eröffneten sogar Möglichkeiten der Zusammenarbeit - auch wenn sie selber nicht produzieren, sondern wie etliche, aus China importierten. Business ist alles!

Das nicht Masse, wie das Messemotto befürchten lies, sondern größtenteils Klasse auf den Messeständen zu sehen war, ist hervorzuheben. Die Qualität der gezeigten Produkte, insbesondere der Leuchtbuchstaben, war im Vergleich zur letzten Messe in Las Vegas gut - egal ob von der Ausstellern selbst produziert oder aus China importiert. Hier scheint sich ein Wandel im Anspruch der amerikanischen Kunden vollzogen zu haben. Auch die Hersteller für Buchstabenmaschinen - nein nicht nur die asiatischen - haben die Ansprüche der Lichtwerber an Präzision und Bedienerfreundlichkeit solcher Maschinen erkannt - bis zu einer Buchstabentiefe von fast 350mm! Natürlich gibt es auch hier die berühmten Ausnahmen - die leider in einem Fall aber schon an vorsätzliche Körperverletzung grenzt.

Neon leuchtet hier und da, spielt auf der Messe im Neon-Eldorado Las Vegas aber eine untergeordnete Rolle. Zu viele LED-Schläuche und insbesondere die Architektur-Variante als scharfkantige Akzentbeleuchtung von sehr schmal (6mm!) bis breit bestimmen das Bild. Auch der Bereich Digital Signage ist eher wenig vertreten. Sofern sich der Signmaker in diesem Segment bewegt, wird er dann wohl auf DS spezialisierte Messen besuchen. Hingucker waren die aus hochdichtem PU-Schaum oder aus Holz gefrästen Schilder. Für diese markanten Signs, die es so wohl nur auf dem amerikanischen Markt gibt, fand zeitgleich eine Prämierung statt. Als Highlight wurde dann auch die manuelle Herstellung des Carving gezeigt.

Das Thema 3D-Print scheint im Land der unbegrenzten Möglichkeiten jedoch noch nicht in den Fokus der Lichtwerber gerückt zu sein. Nur ein einziger Aussteller präsentierte eher verschämt einen selbst entwickelten Drucker mit einer Druckfläche von 500x500mm bei einer Druckhöhe von 100mm. Allerdings verdruckt der Hersteller nur PLA - bitte nur für den Inneneinsatz verwenden!

Fazit: Allein schon von der Größe des Messe ist eine der Besuch der ISA Sign Expo zu empfehlen. Aber nicht nur die Anzahl der Aussteller macht sie attraktiv, sondern die Vielfalt der ausgestellten Produkte. Und natürlich zählt der Standortvorteil Las Vegas: Absolutes Muss für den geneigten Lichtwerber ist der Besuch der Fremont Street mit dem gigantischen LED-Dach und den vielen klassischen Neon-Signs. Und eine Führung durch das nahe gelegene Neon-Museum und die neugestaltete Show „Brilliant Experience“, die das alte Las Vegas wieder aufleben lässt, gehören auf alle Fälle auch dazu.

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